und es begaben sich

Und es begaben sich ....

zu der Zeit, als noch Sommerferien waren

.... Vater und Sohn in Richtung Toskana

 

Ein Reisebericht über eine Italien Tour, die hauptsächlich von Sonne, Strand und Meer geprägt war. Aber natürlich unterbrochen von der ein oder anderen Bike Tour durch die Toskana.

 

Basel, Mailand, Genua ...

 

 

Was soll ich zur Anfahrt groß sagen ? Eine elende Autobahnfahrt mit integriertem Kilometerfresser ! Es sind knapp 1000 Km von hier nach da. Sandro hat mit Bravour den 12 stündigen Trip gemeistert, und ist echt tapfer mitgefahren, was für nen 14 jährigen Teen nicht sooo selbstverständlich ist. Da hat manch Erwachsener mehr Schwierigkeiten.

In den letzten 12 Monaten bin ich die Strecken jetzt 3 mal gefahren. Es wird bald der Moment kommen wo mich die Tankwarte per „Du“ begrüßen. Und noch was zum zweit liebsten Thema des Motorradfahrers – die Reifen. Der Hintere wurde zu Beginn der Fahrt ersetzt, obwohl der alte Gummi noch gut aussah ! Aber der war ja schon bei der Sizilienreise drauf und nochmal 2600 Km mit dem Teil hab ich mich nicht getraut. Aber der Vordere war noch der original Sizilien Schlappen und er machte in der Toskana seine Aufgabe gut. Nun wird er mit über 13000 KM  in den wohlverdienten Ruhestand geschickt und Ersatz wird aufgezogen – natürlich wieder Metzler Z6

Camping Capannino in Marina di Bibbona ...

ist durchaus empfehlenswert ! Direkt am Meer mit einem gepflegten Strand gelegen und etwas abseits des Ortskerns, welcher aber gut zu Fuß erreichbar ist. Ein typischer Campingplatz für die Gegend, viele schattige Plätze unter den grossen Pinien erlauben es auch mal länger zu schlafen. Auch wird die Hitze des Tages etwas erträglicher. Die sanitären Anlagen sind sehr gut und auch sauber, eine kleine Bar, Pizzeria und einem Supermarkt fürs Nötigste gibt es auch.

Was die Preise angeht, ist leichtes Stirnrunzeln angesagt. Vor allem in der Hochsaison im August, wenn ganz Italien unterwegs ist, sind die Gebühren für Zelt, Mopped und Personen nicht so ganz ohne. Die Nebensaison ist sicher leichter zu verkraften zumal es auch ruhiger und recht leer ist. Wer sich genauer über den Campingplatz informieren will , guggt am Besten hier.

Die erste Tour ....

stand auf dem Programm !  Altes, schon bewährtes, und vor allem Neues wollte gesehen und erlebt werden. Die Zypressenallee nach Bolgheri, 5 Km Schnur geradeaus fahre ich immer wieder gerne und wer noch nicht dort gewesen ist, sollte sich das mal geben. Bolgheri selbst ist auch sehenswert. Ein kleines Dorf, im typischen Baustil der Gegend mit ein paar Türmen. Im Sommer mehr Touristen als Häuser :-)

Bibbona, Casale Marittima, ein kurzes Stück durchs Val di Cecina (immer noch die üble Baustelle wie im letzten Jahr) und schon erreichen wir Montecatini. Herrlich gelegen, mit dem typischen toskanischem Charme, lädt das Dorf zu einer Besichtigung ein. Hier ist nichts zu merken vom dem ganzen Rummel an der Küste und den vielen Menschen. Die Zeit scheint still zu stehen und die Hektik am Strand macht der Ruhe und Stille hier Platz Der Café auf der Piazza schmeckt und wir lassen es uns gut gehen. Es sind Ferien und wir haben Zeit. Warum also hetzen ?

Die Fahrt geht dann gemächlich weiter in Richtung Laiatico. Wir kommen in eine Gegend , ich nenne es mal „Bilderbuch Toskana“, So sieht die Toskana immer in den Hochglanz Bilderbüchern aus. Genauso wie man es sich vorstellt und schon auf 1000 und 1 Foto gesehen hat Bauernhöfe auf Hügeln, Zypressen entlang den Straßen und die sanft geschwungene Landschaft. Schon schön hier

Wer das Teatro di Silencio in Laiatico besucht, bekommt das alles in der erweiterten Panorama Ansicht präsentiert und kann den Rundblick und auch die Stille genießen. Und das alles ohne Eintritt ! Lohnt sich auf jeden Fall hier mal anzuhalten.

Volterra .... bekannt für Alabaster, weniger für seinen Conad. Aber auch nur weil der Supermarkt vor der Stadtmauer angesiedelt ist. Eine große Flasche Anrancia, bei uns würde man sagen – Fanta wurde vernichtet. Durst kann was schlimmes sein ;-) Dermaßen gestärkt konnten wir uns ins Getümmel stürzen. Ist schon schwer was los hier ! Bayern vor Schwaben, Italiener weit abgeschlagen – so das Fazit einer eingehenden wissenschaftlichen Sprachanalyse der zahlreichen Besucher. Aber nett ist es hier schon und von daher auch verständlich warum alle Volterra sehen wollen. Und nach dem Motto wenn es am Schönsten ist sollte man gehen, schwangen wir uns wieder auf die FJR und düsten gemächlich die ca 50 Km gen Marina di Bibbona. Eine Runde Strand liegen und im Teich planschen muss auch noch drin sein.

Neuer Tag....

und eine weitere Tour in Richtung Berge nahm ihren lauf. Die alte SS 1 (Schilder „ Vecchia Aurelia „ folgen) ist wesentlich schöner zu fahren wie die neue vierspurige Autobahn ähnliche Aurelia. Aber Achtung auf der Landstraße, meistens beträgt das Limit 70km/h und es wird heftig gelasert. Die Carabinieri verstehen keine Spaß bei Überschreitung des Limits.  Es wird dann richtig teuer !

Ein kleines Frühstück in Castagnetto Carducci stärkt für die weitere Tour. Cappucino und ein lecker gefülltes Hörnchen geht immer! Im Gegensatz zu den flachen Hügeln bei Laiatico, gibt es hier schon richtige Berge und es macht Spass mit dem Bike die engen Kurven zu durchfahren. Zehn Kilometer und mehr keine Ortschaft – da kommt Freude auf. In Monteverdi Marittimo ein weiterer Halt, natürlich um den obligaten Café zu trinken und ein paar Fotos zu schießen. Ein nettes kleines Dorf in den Bergen. Danach geht’s weiter  in Richtung Massa Marittimo. Die Wälder werden lichter und dann kommts ... überall dicke Rohrleitungen die sich durch die Landschaft ziehen. Bergauf und bergab – wie ein großes Spinnennetz. Geothermische Energie wird hier gewonnen. Der warme Untergrund wird „angezapft“ und die Wärme wird zu Energiegewinnung genutzt. Ich wusste zwar dass es so was hier gibt, aber gesehen hab ich es noch nie. Und zu allem übel hab ich auch noch vergessen Fotos davon zu machen.

Die Penne Arrabiata und Totellini schmeckten in Massa Marittimo wirklich hervorragend und stärkten für den weiteren Verlauf des Tages. Populonia ist wirklich einen Besuch wert. Das alte Castell liegt hoch über dem Meer und man hat einen fantastischen Blick über die Bucht in Richtung Norden. Das macht Laune dort oben im kühlen Wind zu sitzen und die Landschaft zu genießen.

Eigentlich wollten wir noch die etruskischen Ausgrabungen in unmittelbarer Nachbarschaft uns zu Gemüte führen , aber 9 Euro Eintritt pro Nase waren mir dann doch zu heftig. Außerdem sind es mehrere verschiedene Ausgrabungsorte, die räumlich recht weit auseinander liegen, so dass auch die Zeit nicht mehr gereicht hätte. Dafür genossen wir einige Zeit den Ausblick unten an der Bucht, schade das wir keine Badeklamotten dabei hatten. Die restlichen 30 Km bis zurück zum Campingplatz auf der alten Aurelia waren schnell gefahren und einem kurzen Sprung ins Meer stand dann nichts mehr im Wege.


 

Aktualisiert (Sonntag, den 15. August 2010 um 21:15 Uhr)