Essen, trinken, nette Leute, viel Spass, Meer, Sonne, Italien, Toskana und Motorrad fahren !
also die besten Voraussetzungen für eine gelungene Tour !
Der erste Tag begann morgens um sechs Uhr an der Raststätte Hardtwald bei Heidelberg. Dunkel war´s und reichlich frisch, so dass die Begrüssung mit Rainer recht kurz ausfiel. Ein kurzes ` Guten Morgen´ und ab ging die Post ! Beim ersten Tank stop in Hausen am Kaiserstuhl war allgemeines Zähneklappern angesagt. Im Oktober kanns schon recht frisch am Morgen sein. Aber wir sind ja keine Weicheier und mit jedem Sonnenstrahl an diesem herrlichen Morgen stieg auch die Temperatur. Die Anreise ging recht zügig von statten, so dass wir am Nachmittag schon in Marina di Bibbona ankamen. Dank Internet hatten wir ein bestimmtes Hotel im Auge. Bei der Frage nach den Zimmerpreisen gabs mal ne positive Überraschung. Billiger als im gelisteten Preis im Internet war das Zimmer plötzlich!Das hört man doch gerne … 70 Euro für 2 Personen mit Frühstück … da kannste nicht maulen , vor allem weil sich herausstellte, dass für den geforderten Preis die Leistung in allen Belangen absolut stimmte. Wie das Hotel heisst, welches ich hier so lobe ? Hotel Nina mit dem Blick zum Strand (WebCam)
In Marina di Bibbona war in früheren Jahren schon öfters und kenne mich daher dort etwas aus. Aber was um diese Jahreszeit dort los ist, lässt sehr schnell beschreiben: Absolut nichts! Da kann man die Leute, die einem auf der Strasse begegnen, an einer Hand abzählen. Für mich ist das sehr positiv und ich habe damit kein Problem. Das einzige Problem an dieser Situation? Die Restaurants haben auch - fast - alle zu. Wo Licht da auch Schatten. Aber nach kurzer Suche wurden wir doch noch fündig und es gab leckere Toskanische Küche und einen guten Wein dazu. Der erste Tag war schon mal ein guter Anfang trotz der knapp 1000 KM langen Anreise und wir freuten uns schon auf die kommenden Touren der nächsten Tage.
Das Frühstücksbuffet war die erste positive Überraschung des Tages. Sehr reichhaltig und gut bestückt. Da haben wir in anderen Hotels schon deutlich schlechter den Tag begonnen. Also ein weiterer Pluspunkt fürs Hotel !Die Strassenkarte von der Toskana auf den Tisch gelegt und mal eine erste grobe Richtung fest gelegt. Die toskanische Weinstrasse von Bolgheri ausgehend über Castagneto Carducci, Suvereto nach Massa Marritima stand auf dem Plan. Sehr schön zu fahren auf den kleinen Strassen und die idyllischen Städte machen die Route fast zu einem Muss !
Man sollte sich echt die Zeit nehmen und die Landschaft und die Architektur der Region zu geniessen. Im Oktober ist auch kaum was los, sodass man recht alleine unterwegs ist und nirgends Gedränge und Lärm ist. Einfach nur geniessen und die Eindrücke auf sich wirken lassen.
Aber wir wollen dann weiter und den Nachmittag auf der Insel Elba verbringen. So der ursprüngliche Plan. Doch die Preise der Fährunternehmen, die die Insel von Piombino aus ansteuern, lassen uns ganz schnell diese Idee vergessen. Um die 70 Euro für Hin- und Rückfahrt soll der Spass für 2 Personen kosten. Das ist dann doch schon recht heftig und auch die Nachfrage bei mehreren Ticketverkäufern bringt immer das gleiche Ergebnis. Also Plan B aus der Schublade geholt und das nächste Ziel anvisiert. Und um es vorweg zu nehmen. Eine kluge Entscheidung der 3 Weisen mit dem Mopped. War zwar etwas langweilige Fahrerei von Piombino, Follonica über Grosseto zum Monte Argentino, aber schon der erste Eindruck vom Porto Santo Stéfano entschädigte für die monotone KM Fresserei. Ein absolut idyllischer Hafen mit einer malerischen Häuserkulisse empfing uns und lud zu einer Pause ein. Die Panini schmeckten vorzüglich und waren nach dem ausgiebigen Frühstück die ersten Mahlzeit des Tages.
Es ging weiter … und die kleinen Strassen auf der Landkarte machten eine Umrundung des Eilandes praktisch zu einer Pflichtveranstaltung. Anfangs war die einzige Strasse die es gibt auch gut zu befahren und es war eine Freude durch die Kurven in Richtung Berge zu düsen. Nach einer Weile stand dann eine wahre Schilderbarriere vor uns. Die Fachfrau übersetzte das Ganze mit „ gefährlich – verboten –nicht geeignet“ Kurzer Blick zu Rainer – na Logo fahren wiur da lang. Sind wir Weicheier und drehen um? Niemals! Eine ganze Zeit ging es ja auch gut. Autos kamen sehr sporadisch uns entgegen, was uns schon hoffen lies, das alles nicht so schlimm sein würde. Bis dann der Asphalt weg war und die Strasse nur aus Schotter und Geröll bestand. Von nun ab wurde es lustig … und wir hatten unseren Spass –ECHT!
Schaut euch das Video an und ihr wisst was ich mein. Es ist sicher nicht jedermanns Sache mit ner FJR zu zweit ne Crosseinlage hin zu legen, aber ich habe damit kein Problem. Rainer war auch nicht abgeneigt und so hatten alle was davon. Ausser den Motoren, denn die wurden bei Schrittgeschwindigkeit und den hohen Temperaturen recht warm. Aber zum Schluss war kein Schaden zu beklagen und die Aussicht auf den Hafen von Porto Ércole war einfach ein Genuss ! Ein letzter der Cafe in der Hafenbar und ein Blick auf die Uhr mahnte zur raschen Heimkehr nach Marina di Bibbona. Es wird schon recht früh dunkel Anfang Oktober und es waren noch ein paar Kilometer bis zum Hotel.
Heute sollte mal alles und jeder geschont werden …inklusive dem Sitzfleisch.Von daher wurde Lucca „ins Visier genommen“ Was ich so bis jetzt darüber gesehen und gelesen hab, sollte sich die Fahrt zur Stadt auf jeden Fall lohnen.Die Anfahrt über Cecina, Riperbella, Santa Luce und Cascania Terme war ein Gedicht. Strasse und Landschaft vom Feinsten, sieht man von manchen Bodenwellen im Belag ab. Man weiss nicht wo überall anhalten und fotografieren. Das ist echt ne Krux. Kleine Dörfer, die typische Landschaft der Toskana, man saugt alles in sich auf und freut sich des Lebens.Die durchquerung der Städte, in diesem Fall Pontedera ist allerdings eher ne Qual wie ein Genuss. Was eine Verkehrsführung …. Aber kaum aus der Stadt raus geht’s schon den Berg hoch – und wie ! Bei Buti geht’s zum Monte Serra hoch. Eben noch in der Ebene geht’s schlagartig auf über 900m hoch. Wenn man bedenkt das das Ganze von praktisch Meeresniveau losgeht, ist der Höhemunterschied beträchtlich. Nur ein paar Esskastanien, die auf der Strasse liegen, stören das Vergnügen. Kurve an Kurve geht’s den Berg hoch und die Geschwindigkeit und die Schräglage nehmen zu – natürlich nur im Rahmen des Erlaubten! (Böse ist wer schlechtes denkt)
Leider war es in Lucca recht voll, was man schon am Busbahnhof vor den Toren der Stadt sehen konnte. Also ein kurzer Rundgang und ein gutes Pannini für uns Zwei. Rainer ist da eher von genügsamerer Art. Dem reicht schon ein Eis zum glücklich zu sein. Die kurze Heimfahrt wurde über die Autobahn angetreten, da ja schon der nächste Programmpunkt anstand.
Badeurlaub am Meer. Kurz die Strandsachen gepackt und ab gings ans Wasser. Einfach herrlich im Oktober noch am Strand zu liegen und zu relaxen. Ulli und ich begnügten uns mit den Füssen ins Wasser zu gehen. Rainer muss ja gleich immer alles übertreiben und schwamm ne Runde im Teich. Über seine Kleidung will ich mich hier nicht weiter auslassen. Gefallen hat s ihm aber !
Der Tag der „grossen“ Tour sollte es werden
Toskana pur und das Ganze etwas abseits der üblichen Touristenpfade. Das Frühstück begann zu einem guten Ritual zu werden mit dem der Tag wirklich gut begann. Frisch gestärkt und bester Laune konnte es los gehen. Ulli konnte noch diverse Kippen abfackeln und schon war auch Rainer anwesend. Die Moppeds vom morgendlichen Tau abgewischt und bei ca 18 Grad gings dann endlich los. Von Cecina nach Volterra ist die Strecke ja Rainer schon von der letzten Tour Italientour bekannt. Diesmal war allerdings wenig Verkehr und so waren wir ruck zuck in Colle di Val d´Elsa. Der Café war wie überall in Italien gut und vor allem günstig. Der Espresso kostet 90Cent und nen Capuccino bekommt man auch für nen Euro. Immer ein Grund für einen Stop und ein Tässchen zu schlürfen.
Nun gings weiter nach Monticiano. Von dort nach Ponte Macereto ist Fahrspass pur. Wer s nicht glaubt sollte ich mal die Strecke merken und bei Gelegenheit fahren. Ich wüsste nicht dass da ein stückle grade Strasse drin wär. Nur Kurven …und die auch noch vom Feinsten. Wirklich schnelle S-Kurven, enge Spitzkehren und das ganze auf bestem Belag. Müsste man mindestens einmal am Tag fahren. Ich wollte eh mal den Bürgermeister da unten fragen ob er mir ein paar Strecken verkauft und ich sie nach Hause mitnehmen kann. Die haben da Sachen im Überfluss…. Einfach ungerecht. Wie z.B. auch den Monte Amiata. Der Buckel hat Schlappe 1738m höhe und ist sowas von geil zu fahren. Könnte auch in den Vogesen oder im Vercors sein. Ist einfach nur genial. Ein paar Kurven und Höhenmeter und die Toskana ist perdu. Um in der nächsten halben Stunde wieder in voller Pracht zu erscheinen. Was ein krasser Wechsel der Landschaften. Das muss man echt selber erlebt haben.Ebenso wie die fliegenden Händler an der Strasse … das Kilo Steinpilze für 9,99 Euro. Und die Koffer sind im Hotel. Die weitere Route ging über Montalcino und Siena nach Hause ins Hotel. Es war schon spät und daher war nur noch ein kurzer Stop drin. Nichts desto trotz gabs noch ein kleines Schmankerl zum Ende der Fahrt. Speed pur
Es hieß Abschied nehmen ….
Leider, leider aber was will man machen ? Der Geldscheisser hat ne komische Krankheit namens Verstopfung und auch sonst muss man sich mal wieder zu Hause blicken lassen.
Aber …... das nächste Jahr zur selben Zeit. Rainer hat genickt und wir fahren auch. Schon hat man ein Ziel vor Augen geht frohgemut zur Arbeit ;-)
Die Autobahn ist halt der schnellste Weg um nach Mitteleuropa zu kommen. Wären da nicht die Alpen und der „geliebte“ Gotthardtunnel. Also in Biasca runter von der Bahn und rauf auf die Pässe Lukamnier und Oberalp. Lukmanier ist zwar kein wirklicher Pass zum Moppedfahren aber immer noch besser wie Autobahn. Man kommt da bei Disentis runter und es sieht aus wie auf der Modelleisenbahn. Haben sich die Schweizer echt Mühe gegeben und was Tolles auf die Beine gestellt. Können also auch was anderes wie nur Tunnel bohren. Muss man sie echt loben.
Das soll es mal gewesen sein. Die Tour war nur gut (welche schlechte Tour bin ich eigentlich jemals mit Rainer gefahren? )
Aktualisiert (Freitag, den 24. September 2010 um 22:33 Uhr)