Anreise

4 Uhr 50 Minuten und der Wecker bimmelt nervend vor sich hin. Wir wollen ja früh los, da heute einige Kilometer vor uns liegen. Doch was hören wir zusätzlich ? Dicke, fette Regentropfen fallen laut klatschend auf das  frisch geputzte Fensterbrett. Zur Bestätigung schnell den Rollladen hochgezogen, damit die Augen sehen, was die Ohren nicht glauben wollen. 

 

In der Nähe von Metz ist der erste Tankstopp der Tour für Mensch und Maschine. Bis jetzt schon mal ne Klasse Urlaubsreise, 8 Grad Celsius, es schüttet wie aus Kübeln, die 100 % dichten Klamotten geben langsam den Widerstand gegen die kalte Nässe auf und der Himmel ist nach wie vor grau in grau..Wenigstens wärmt der Café die durch gefrorenen Hände etwas.

ontuz – Kontuz ! Der weit gereiste und multilinguale Leser bemerkt sofort, das wir bereits im Baskenland sind. Traurige Berühmtheit hat diese Region zwischen Frankreich und Spanien durch die Terrororganisation ETA erlangt. Doch vollig zu unrecht wie ich finde. Land und Leute sind einen Besuch wert.Die reizvolle Hafenstadt St.Jean de Luz, in welcher wir heute übernachten, zeigt sich uns von ihrer Schokoladenseite. Der Hafen im Abendlicht, die Promenade am Meer und die historische Altstadt machen einen passablen Eindruck auf uns. Und nicht nur auf uns, wie wir an Hand des hier herrschenden Rummels feststellen können.

Das Menü mit Meerblick für 19 Euro pro Person schmeckt (Fischsuppe war hervorragend) und daran anschließend macht sich schleichend oder doch eher galoppierend die Müdigkeit bemerkbar ?! Der Tag war lang und 1350 KM sind kein Pappenstiel. Bonne Nuit


Gut ausgeschlafen und bester Laune sitzen wir am nächsten Morgen in einem Bistro am Hafen und lassen uns Croissants, Pain au chocolat sowie eine grosse Tasse Café au Lait schmecken. Könnte man zur Gewohnheit werden lassen. Aber es hilft alles nichts, denn wir müssen weiter, wenn wir heute Abend in Portugal sein wollen. Ein kurzes Stück entlang der Corniche Basque bis zur Grenze, an der ersten spanischen Tanke billiges Benzin gebunkert und schon geht’s auf der Autobahn Richtung Burgos. Eine recht kurzweilige Fahrerei durch die Pyrenäen bietet sich uns, es gibt schlimmeres. An der Mautstelle kurz vor Burgos kommt es dann dicke. Um es freundlich oder sogar salopp zu sagen: Die Spanier nehmen es von den Lebenden …

Die Landschaft ist mittlerweile, während wir gen Leon steuern, topfeben. Die viersprurige Schnellstraße ist rechts und links von gelb blühendem Ginster gesäumt. Und es zieht sich ...der chewinggum Highway ...Langeweile macht sich breit auf der FJR. Immer nur schnurgerade aus, eine üble Kilometerfresserei westwärts.


Aber alles hat ein Ende (Würste sogar 2 ) und bei Puebla de Sanadria verlassen wir die Schnellstraße der Monotonie. Die ersten Berge werden nun freudig unter die Räder genommen und die 40 Kilometer Landschaft bis Braganca entschädigen etwas. Herrlich kurvig, super Asphalt, Berg auf und ab schlängelt sich die Strasse durch die Natur. Und auf einmal ist es geschafft . Ein paar verlassene und leer stehende Häuser am Straßenrand und ein grosses blau weisses Schild, welches die maximalen Tempolimits verkündet. PORTUGAL ! Wir sind da ...


 

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